Das Turbozeichen #Hashtag

Es ist das Symbol gewordene Lauffeuer. Nach Medienberichten könnte Facebook schon bald den Hashtag von Twitter übernehmen. Auch das Foto-Portal Flickr will die praktische Funktion adaptieren. Was bedeutet das für die Kommunikation im Internet? Kommt die Überraschung schon zu Ostern?

Hashtag Facebook
Neues Zeichen für Facebook. Der Hashtag mit „#“ kommt. Collage: Priebe

Twitter-Nutzer setzen schon länger das #Rautezeichen vor einen Begriff, der damit als Schlagwort oder Sammelbegriff mit automatischer Verlinkung funktioniert. Welchen Einfluss diese Funktion bereits im sozialen Netzwerk Twitter gewonnen hat, habe ich in diesem Fachbeitrag auf experto.de beschrieben.

Turbowirkung für Social Media

Es ist nur ein kleines Zeichen auf der Tastatur, aber ein großer Schritt für Social Media. Das Rautezeichen „#“ (engl. Hash) verändert die Kommunikation. Mit der Reichweite von Facebook könnte es sogar Wahlen entscheiden.
Der Hashtag wird bei Facebook der Turbo für Inhalte sein. Denn bislang finden sich Freunde im weltweit größten Sozialen Netzwerk anders als bei Twitter. Facebook basiert auf der Multiplikation von Kontakten, Twitter dagegen befeuert mit dem Hashtag und dem unpersönlichen Retweet (Weiterleiten einer Nachricht) vor allem die Inhalte. Stellen Sie sich nur vor, im Frühling 2013, würden Facebook-Nutzer sich bereits über Begriffe wie #Schnee oder #Frühling finden. Meines Erachtens wird das die gesamte Freunde-Logik von Facebook auf den Kopf stellen. Neben den Statusmeldungen Ihrer Freunde oder interessanter Seiten, werden Sie via Hashtag auch Themen abonnieren können, unabhängig von deren Verfasser.

Hashtag, Trendsmap Zypern
Bildschirmfoto: Beispiel einer Trendsmap zum Hashtag #Zypern am 25.3.13

Klappt es technisch genau so wie bei Twitter, dann wird der Facebook-Hashtag die Vernetzung anhand von Inhalten und Interessen beschleunigen. Dies gilt im Positiven wie auch für die gefürchteten „Shitstorms„, bei denen bestimmte Schlagworte schnell viele tausend oder sogar Millionen Menschen erreichen. Wenn 25 Millionen Deutsche Facebook-Nutzer den Hashtag in die Hand bekommen, ist das auch eine starke Waffe in der politischen Kommunikation. Dass darüber sogar Wahlen beeinflusst werden, zeigen Untersuchungen zum Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA, wo der Hashtag zum Wort des Jahres 2012 wurde. War er das Zünglein an der Waage für die Weiderwahl von Präsident Barack Obama? Über Tools wie Trendsmap lässt sich beobachten, wie sich Nachrichten und Kommentare im Internet verbreiten. Am Tag dieser Veröffentlichung war #Zypern im Zusammenhang mit der Eurokrise ein oft verwendeter Begriff.

Für Facebook liegt die Herausforderung darin, mit dem Hashtag die eigenen Datenschutzbestimmungen nicht zu untergraben. Wohl deshalb gibt es zur Ankündigung noch keinen Termin. Denn anders als bei Twitter haben Nutzer die Möglichkeit, die ihre eigenen Inhalte nur bestimmten Gruppen zu zeigen. Das @-Zeichen für das Markieren von Seiten und Freunden ist übrigens eine ganz ähnliche Funktion. Auch hier ist kritisch zu sehen, dass der jeweilige Nutzer keinen Einfluss darauf hat, ob sein Name markiert und somit auf das Profil verlinkt wird. Für Seitenbetreiber ist es deshalb auch nur eingeschränkt nutzbar.

Kleine Zeichen, große Wirkung. Hashtag „#“ und @-Markierung sind zwei wesentliche Trends in Social Media, die großen Einfluss auf die Unternehmenskommunikation haben. Vom Monitoring bis zur Steuerung eigener Kampagnen sind ihre Effekte nicht zu unterschätzen.

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